Montag, 4. März 2019

Erzählsteine (selber machen)

Seit einiger Zeit benutze ich Erzählsteine als eine weitere Möglichkeit, die Kinder zum Reden zu animieren. Wir benutzen die Steine entweder, um darüber zu reden, welche Bilder auf den Steinen sind. Aber auch zum Geschichten erfinden, sind die Steine super geeignet. Die Kinder geben mir Steine, die sie ausgesucht haben oder gerade aus der Dose gegriffen und ich baue dann eine Geschichte drum herum. Zugegebenermaßen hatte ich davor zunächst etwas Respekt, aber meist fällt mir doch was ein und wenn nicht, sind die Kinder mir bisher auch nicht böse gewesen, wenn wir einen Stein für später aufgehoben haben, weil das Bild einfach nicht in die Geschichte passen wollte.
Erzählsteine kann man natürlich kaufen. Aber, ich habe meine selbst gemacht. Einerseits um Geld zu sparen und andererseits um genau die Steine zu haben, die ich auch brauche. Ich brauche zum Beispiel nicht so viele verschiedene Wettersteine. Dafür aber möglichst viele Tiere.

Für Erzählsteine wird benötigt:

  • Dekosteine
  • Wasserschiebefolie
  • Sprüh-Klarlack
  • verschiedene Bildgrafiken
  • Schere oder Plotter
Los gehts:

Zunächst müssen Steine besorgt werden. Ich habe einiges ausprobiert - gefundene, aus dem Baumarkt gekaufte und Dekosteine. Dekosteine haben sich für mich am praktischsten erwiesen, weil sie hell sind, eine sehr glatte Oberfläche haben, alle etwa gleich groß und weil ich sie problemlos nachkaufen kann. Meine Dekosteine sind alle weiß und haben einen Durchmesser von ca. 3cm. Kleiner wäre mir zu riskant gewesen, wegen Verschlucken. Größer wollte ich nicht, falls doch mal ein Stein unerlaubterweise durch die Gegend fliegt, dann ist die Verletzungsgefahr nicht so groß.
Sind die passenden Steine ausgewählt, kommt der aufwendigste Teil - Bilder suchen in den großen Weiten des www. Ich habe zum Teil gekaufte und zum Teil kostenlose Grafiken verwendet. Orientiert habe ich mich dabei vor allem an den Interessen der Kinder und unserem Alltag. Ich wollte einerseits viele Bilder haben, die zu unserem Alltag passen (also Spielzeuge, Lebensmittel, Tagesabläufe, etc.) und andererseits Bilder, die sich aus den Interessen der Kinder ergeben (z.B. Gefühle zeigen, Tiere, Orte).
Im Grafikprogramm habe ich die Bilder dann all auf eine Größe von ca. 2,5cm auf einem A4 Blatt angeordnet. (Hier ist es dann von Vorteil, wenn die Steine alle etwa einheitlich groß sind, da dann nicht jede Grafik auf jeden Stein angepasst werden muss.) Da ich einen Plotter habe, habe ich das Programm des Plotters benutzt, aber das geht natürlich mit jedem beliebigen Programm. Einfach so viel Motive wie möglich auf ein Blatt bringen. 
Dann werden die Bilder auf die Wasserschiebefolie gedruckt. Ich drucke immer in Fotoqualität. Der Ausdruck muss dann gut trocknen. Anschließend wird das ganze Blatt mit Klarlack besprüht. Hier ist ein bisschen Fingerspitzengefühl gefragt. Einerseits muss alles geschützt sein, da die Folie schließlich später ins Wasser kommt. Anderseits darf die Lackschicht nicht zu dick sein, da die Motive sich sonst später nur schwer an die Kontur des Steines anpassen. Nach dem Sprühen wieder warten, bis alles getrocknet ist.
Wenn alles trocken ist, kann ausgeschnitten werden. Ich hab einen Plotter, der das für mich gemacht hat. Aber das geht natürlich auch alles altmodisch per Hand.
Jetzt kommen die Bilder endlich auf die Steine. Dazu immer 3-4 Bilder in eine kleine Schüssel mit Wasser geben und warten bis sich die Folie löst. Dann das Bild auf den Stein legen, vorsichtig mit einem Küchentuch abtupfen und wieder trocknen lassen. Wenn die Lackschicht nicht zu dick war, lassen sich die Bilder gut auf den Stein drücken. Stehen kleine Stellen ab, kann das erstmal so bleiben. Sind zu viele Bilder im Wasser und man ist nicht schnell genug, löst sich die Folie ab und schwimmt im Wasser rum und rollt sich zusammen. Deswegen lieber immer nur ein paar Bilder ins Wasser, aufkleben und dann weiter machen.
Wenn die Steine  trocken sind, kommt nochmal eine finale Schicht Sprühlack drüber. Jetzt kann auch einfach los gesprüht werden. Ich ziehe dabei immer Handschuhe an, die ich sonst zum Wickeln nehme. So kann ich den Stein gut in der Hand halten und außerdem lassen sich kleine Unebenheiten in der Folie gut andrücken, wenn alles wieder nass ist. Deswegen durften vorher auch kleine Stellen abstehen, da die mit der finalen Lackschicht nun auch gut am Stein kleben bleiben. Nachdem alle Steine nochmal lackiert wurden - wird wieder gewartet, bis alles trocken ist. 
Und jetzt können sie endlich zum Einsatz kommen. Die viele Warterei zwischen den einzelnen Schritten ist ziemlich nervig. Ich möchte immer gern fertig werden, wenn ich etwas angefangen habe. Aber ich habs probiert und es hat nicht funktioniert. Deshalb lieber etwas mehr Zeit nehmen.


Ich habe die ersten Steine jetzt schon ein gutes halbes Jahr im Einsatz und sie halten es wirklich gut aus. Bisher ist noch nichts ab gegangen und auch noch nichts zerbrochen. Aber ein bisschen Vorsicht walten lassen ist nie verkehrt, wenn die Steine zum Einsatz kommen.
Ich habe auch nicht immer alle Steine in der Dose. Weihnachts- und Wintersteine kommen nur zu den entsprechenden Jahreszeiten zum Einsatz. Genauso wie Ostern oder Geburtstagssteine. Die ergänzen dann zu passender Gelegenheit die anderen Steine und sorgen auch für ein bisschen Abwechslung.

Viel Spaß beim Nachmachen

Freitag, 22. Februar 2019

Fühlpfad

Fühlpfade habe ich schon viele verschiedene im Netz gesehen und schon lange hatte ich vor, auch mal einen zu machen. Aber, ich wollte ihn gern "strukturiert" haben und nicht einfach wild durcheinander. Außerdem muss er platzsparend zu verstauen sein und vor allem soll er nicht fest sein, sondern möglichst flexibel. Das waren ziemlich viele Ansprüche, die mich lange hinderten, so etwas zu machen. Nun habe ich aber neulich doch noch etwas entdeckt, was ich zwar nicht gesucht hatte, aber die Lösung für mein "Problem" war. 

Für diesen Fühlpfad wird benötigt:

  • Puzzlematten
  • verschiedene Materialien
  • Angelsehne und eine dicke Nadel
Los gehts:

Die Puzzlematten waren schnell besorgt und dann ging die Materialsuche los. Hierfür bin ich einfach in einen 1€-Laden gegangen und bin dort einfach Gang für Gang entlang gelaufen und habe dabei viele verschiedene Dinge gefunden. Ich habe folgendes gekauft: kleine Steine, Topfuntersetzer, Spülbeckeneinlagen, Bürsten, Badepuschel, Putzschwämme, Bodenwischtuch, Lockenwicklerstäbe und Stahlwolle. Es gab noch einige andere Dinge, die ich auch hätte mitnehmen können, aber fürs Erste sollte es reichen.
Dann habe ich die verschiedenen Matten bestückt. Zunächst habe ich alles mit Heißkleber befestigt. Das geht relativ schnell. Danach kam der Teil, der die meiste Zeit in Anspruch genommen hat - das Festnähen. Das Kleben ist mir zu unsicher und deswegen möchte ich auf Nummer sicher gehen. Damit der Faden nicht zu schnell reißt und auch gut hält, habe ich mich dafür entschieden, Angelsehne als Faden zu benutzen. Und am Ende sahen meine Matten dann wie folgt aus:


  



 Jetzt konnte es auch schon los gehen. Bei der nächsten Gelegenheit mussten die Matten nun nur noch aneinander gepuzzelt werden.


Und danach konnte es auch schon los gehen. Was genau zu tun ist, musste ich nicht weiter erklären. Und es dauerte auch nicht lange, bis die Kinder ihre Lieblingsteile gefunden hatten.


 

Nachdem die Kinder keine Lust mehr hatten bzw. es auch einfach Zeit war, das zumindest für heute zu beenden, haben wir den Pfad wieder auseinander genommen und in eine Kiste gepackt. So kann alles gut verstaut werden und beim nächsten Mal ganz schnell wieder aufgebaut werden. Übrigens konnten die Kinder beim Auf- und Abbau hervorragend mithelfen.

Viel Spaß beim Nachmachen